Die Löwenburg

Die Löwenburg liegt malerisch im Bergpark Wilhelmshöhe. Von weitem erscheint sie dem Besucher wie eine romantische Ritterburg aus dem Mittelalter. Gebaut wurde sie jedoch zwischen 1793 und 1801. Als pseudomittelalterliche »Stammburg« von ihrem Erbauer, Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel, dem späteren Kurfürst Wilhelm I., erdacht, setzte der Hofbaumeister Heinrich Christoph Jussow die kühnen Pläne baulich um. Die Löwenburg diente nicht als Festung, sondern als Lustschloss. So finden sich in ihrem Innern fürstliche Wohnräume, deren reichhaltige Ausstattung mit historischen Möbeln, Gemälden, Tapisserien, Gläsern, Bronzen, einer großartigen Waffensammlung und mittelalterlichen Glasfenstern, die große Sammelleidenschaft des Erbauers widerspiegelt.

Ihre Faszination bezieht die Löwenburg ebenso aus ihrer malerischen Lage im Park, wie auch aus dem Spannungsverhältnis zwischen »mittelalterlicher« Burgarchitektur und den Raumfolgen eines »barocken« Schlosses. Die Löwenburg ist damit gleichermaßen Parkstaffage, Lustschloss und Mausoleum (Kurfürst Wilhelm I. ist in der Burgkapelle beigesetzt) und stellt ein weltweit einzigartiges Gesamtkunstwerk dar. Ein Turnierplatz, Burggarten und -wiese, ein Weinberg sowie ein Obst- und Gemüsegarten runden das Parkbild einer mittelalterlichen Burganlage ab.

 

 

UNESCO Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe

Seit dem 23. Juni 2013 ist der Bergpark Wilhelmshöhe teil des UNESCO Natur- und Kulturerbes der Welt. Die barocke Anlage mit dem gewaltigen Schloss, der Herkules-Statue und der 350 Meter langen Kaskade entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Mit dem Regierungsantritt Wilhelm IX. (1785) fand die großzügige Weiterentwicklung hin zu einem Landschaftspark statt. Um die Kaskadenachse wurdeunter Ausnutzung der natürlichen Gegebenheiten eine weitläufige, idealisierte Naturlandschaft mit Wasserfällen, Aquädukt und Fontäne geschaffen.

Der am Hang des Habichtswaldes gelegene Landschaftsgarten ist einer der größten Bergparks Europas und stellt ein einzigartiges Kulturdenkmal dar. Schloss und Park dienten bis 1866 den Landgrafen und Kurfürsten von Hessen-Kassel, danach den preußischen Königen und deutschen Kaisern als Sommerresidenz. Heute zieht der in seiner Gestaltung einzigartige Bergpark jährlich Besucher aus aller Welt an. Zu den besonderen Attraktionen zählen neben dem Kasseler Wahrzeichen - dem Herkules- die Wasserkünste, welche über 12 Kilometer lange Wasserläufe, zahlreiche Teiche und Wasserfälle fließen und schließlich in der mächtigen Fontäne oberhalb des Schlosses Wilhelmshöhe kulminieren. Die gesamte Parkanlage mit dem Herkulesbauwerk und der sich über die Kaskadenanlage durch den Bergpark bis weit hinunter in die Stadt erstreckenden Barockachse als Ausdruck der fürstlichen Machrepräsentation ist weltweit einzigartig. Sie macht das sogenannte »Outstanding Universal Value« des Welterbestatus aus, den das UNESCO-Welterbekomitee am 23. Juni 2013 verliehen hat.

 

 

Museum Schloss Wilhelmshöhe

Eingebunden in das Gesamtkunstwerk Bergpark Wilhelmshöhe entstand ab 1786 in mehreren Etappen das Schloss Wilhelmshöhe. Parallel zu der Umgestaltung der barocken Parkanlage in einen englischen Landschaftsgarten entwickelte Landgraf Wilhelm IX., der spätere Kurfürst Wilhelm I. (reg.
1785–1821), das Schlossprojekt. Der angestrebte erhabene und würdevolle Charakter des Parks sollte eine markante bauliche Entsprechung erhalten. Dem barocken Herkules-Monument und den Kaskaden wurde diese Wirkung zuerkannt, das alte Jagdschloss, das Landgraf Moritz der Gelehrte (reg. 1592–1627) anstelle des Augustinerinnenklosters Weißenstein hatte erbauen lassen, mußte dagegen dem Schlossneubau weichen.

Nach Plänen von Simon Louis Du Ry (1726–1799) entstand in Anlehnung an palladianische Landschlösser in England der heute sogenannte Weißensteinflügel. Ursprünglich als Solitär geplant, entschied sich Wilhelm IX. noch während des Baus zu einem nördlichen Pendant, dem heutigen Kirchflügel, und schließlich auch zu einem Mitteltrakt. Für dieses Corps de Logis legte neben Du Ry auch dessen Mitarbeiter Heinrich Christoph Jussow (1754–1825) Entwürfe vor. Der architektonisch ambitionierte Landgraf konnte sich lange nicht zwischen einer Ruinenarchitektur, wie sie Jussow schließlich mit dem Aquädukt (1788–1792) und der Löwenburg (1793–1800) verwirklichte, und einer Übernahme des klassizistischen Stils der Seitentrakte entscheiden. Schließlich setzte sich Jussow mit seinem Plan durch, das Hauptgebäude durch einen Portikus und eine vom römischen Pantheon abgeleitete Kuppel gegenüber den Seitenflügeln monumental zu überhöhen. Seine geschlossene Form erhielt das Schloss erst unter Kurfürst Wilhelm II. (reg. 1821–1831), der Verbindungsbauten zwischen diesen drei separierten Flügeln errichten ließ.

 

 

Auestadion

Das Auestadion ist ein 1953 eingeweihtes und zuletzt 2003 bis 2010 erneuertes Mehrzweck-Stadion
in der nordhessischen Großstadt Kassel. Bei Fußball spielen bietet es derzeit Platz für 18.737 Zuschauer und ist damit das größte Stadion in Nordhessen. Es ist Austragungsstätte von Fußballspielen und Leichtathletik veranstaltungen sowie Konzerten und Kulturveranstaltungen. Das Stadion ist insbesondere
als Spielstätte des Fußballvereins KSV Hessen Kassel bekannt. Direkt neben dem Auestadion befindet sich die Eissporthalle Kassel. Neben Schlittschuhlaufen haben Sie auch die Möglichkeit ein Spiel der Kassel Huskies zu besuchen.

 

 

 

Neue Galerie Kassel

An der Schönen Aussicht oberhalb der Karlsaue entstand zwischen 1871 und 1877 nach Plänen des Architekten Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825–1885) ein Museumsgebäude, in dem die berühmte Gemäldesammlung des Landgrafen Wilhelm VIII. von Hessen Kassel (reg. 1730/51–1760) ihren Platz finden sollte. Der Neubau war notwendig geworden, da Jérôme Bonaparte, König von Westphalen (reg. 1807 bis 1813), den von François de Cuvilliés d. Ä. errichteten Galeriebau zu einer Stadtresidenz umfunktioniert und durch das Einziehen von Zwischendecken unbrauchbar gemacht hatte. Unter preußischer Herrschaft entstanden die Pläne für einen angemessenen Ersatz. Als Vorbild diente Leo von Klenzes Alte Pinakothek in München (1826–1836).

Zwar in kleineren Dimensionen geplant, sollte auch Kassel eine Gemäldegalerie mit Oberlichtsälen und seitlich angeordneten Seitenlichtkabinetten erhalten. Ähnlich der ursprünglichen Münchner
Aufteilung diente nur das Obergeschoß der Präsentation von Gemälden. Im Erdgeschoß fanden
die Gipsabgusssammlung und die kunstgewerblichen Sammlungen ihre Aufstellung. Wie in
 München war auch die Kasseler Galerie mit einem umfangreichen Fresken- und
Skulpturenprogramm ausgestattet: Nach Ländern und Schulen im Sinne einer „Geschichte der
Kunstgeschichte“ angeordnet, sollten Skulpturen, Wandmalereien und Büsten berühmter Künstler
auf den Besuch der Sammlung einstimmen.

 

 

Insel Siebenbergen

Kleinod in der Karlsaue.

Die Blumeninsel Siebenbergen entstand 1710 infolge des Aushubs des großen Bassins mit derSchwaneninsel. Mehrere kleine künstliche Ausblicksberge schmückten sie, ehe diese Anfang des 19. Jahrhunderts teilweise abgetragen wurden und das kleine Eiland im Sinne des Landschaftsgartens natürlich modelliert und neu bepflanzt wurde. Klimatisch günstige Faktoren mit milden Wintern lassen auf Siebenbergen nahezu alle Stauden, Ziergehölze, Rhododendren und seltene Koniferen gedeihen.

Fridericanum

Das Fridericianum ist ein zentraler Ort der Gegenwartskunst. Signifikante Positionen und Strömungen der Kunst wie gesellschaftlich relevante Fragestellungen werden hier aufgegriffen, präsentiert und verhandelt. Experimentelle sowie fundiert recherchierte Gruppen- und Einzelausstellungen, Screenings und Performances, Konferenzen und Symposien zeigen das Spektrum aktueller Kunst und Diskurse auf. 1779 eröffnete mit dem Museum Fridericianum der weltweit erste als öffentliches Museum konzipierte Bau. Im Sinne der Aufklärung erdacht und vom hugenottischen Architekten Simon Louis du Ry erbaut, durchlief das Fridericianum in der Folgezeit eine von Brüchen gezeichnete Geschichte und blieb Austragungsort von Historie.

 

 

Karlsaue

Nur wenige Schritte von Kassels Zentrum entfernt eröffnet sich dem staunenden Besucher eine der
schillernden Seiten Kassels: Eingebettet zwischen Rosenhang und Fulda liegt der Schlosspark Karlsaue. Er wurde um 1700 als barocke Parkanlage geschaffen. Mit zahlreichen Wasserbassins und fächerförmig angeordneten Kanälen wurde der Park in seiner schier unendlichen Weite der Glanzpunkt am Orangerieschloss, der Sommerresidenz des Landgrafen Karl. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Anlage behutsam und mit Respekt vor der barocken Struktur zum Landschaftspark umgestaltet. Das barocke Gartenkunstwerk mit seinen Sicht- und Bedeutungsachsen erschließt sich dem Besucher bis heute.

Am Ende des Parks liegt die Insel Siebenbergen, welche wegen ihrer in der Frühlings- und Sommerzeit wechselnden Blütenpracht auch "Blumeninsel" genannt wird. Malerische, botanische Vielfalt wird im Park wie auf der Insel Siebenbergen bewahrt und gepflegt. Im Wandel der Jahreszeiten entfaltet die Karlsaue ihr ganz eigenes, heiteres Flair. Der Staatspark Karlsaue ist Bestandteil des European Garden Heritage Network (EGHN)

 

 

Marmorbad

Das Marmorbad, neben dem Orangerieschloss in der Karlsaue gelegen, ist Deutschlands letzte bedeutende und erhaltene repräsentative Badeanlage aus der Zeit des Spätbarock. Es wurde 1722-28 unter Landgraf Karl von Hessen-Kassel errichtet. Der bedeutende römische Bildhauer Pierre Etienne Monnot (1657-1733) schuf die prachtvolle Innenarchitektur mit marmornen Skulpturen und Wandreliefs mit Darstellungen aus den Metamorphosen des Ovid, sowie Medaillons mit Porträtbüsten des Landgrafen
Karl von Hessen-Kassel und seiner Frau, der Landgräfin Marie Amalie von Kurland. Das Kasseler
Marmorbad stellt eines der bedeutendsten Ensembles römischer Profanskulptur des frühen 18. Jahrhunderts dar.

 

Orangerie

Der Begriff „Orangerie“ kommt aus dem Französischen und steht für „Orangenbaumhaus“.Ursprünglich war es ein Gewächshaus, in dem südliche Pflanzen zum Überwintern untergebracht wurden und in dem man Orangenbäumchen züchtete.Die Orangerie wurde unter Landgraf Carl (heute mit „K“, daher Karlsaue) von 1701 bis 1710 erbaut. Sie diente ihm als Sommerresidenz und wurde ebenso als Winterquartier für die Kübelpflanzen (Citrusfrüchte, Palmen, etc.) bis zum Kriegsbeginn 1939 genutzt. Bei dem großen Bombenangriff auf Kassel im Oktober 1943 wurde die Orangerie stark zerstört. Bis 1976 Ruine, dann Rekonstruktion der Fassade bis 1981 zur 2. Bundesgartenschau in Kassel.Anschließend kompletter Wiederaufbau der Orangerie und am 01. Mai 1992 Eröffnung als Astronomisches Museum mit Planetarium, heute Astronomisch-Physikalisches Kabinett.